Zwischenhalt dank strömenden Regens

Zu kurz ist mein Leben,
um im Regen zu gehen.

25. April, 11.00 Uhr. Es regnet. Es schifft. Es giesst aus Kübeln. Es öffnen sich die Schleusen des Himmels. Engel weinen herzzerreissend grosse Tränen.

Was wollen Weitwanderer:innen wirklich? Prüfen Bodensee-Gottheiten und Flussgott Rhenus von der Insel Werd meine mentale Verfassung? Sie sind wohl stärker als mein schwaches, altgewordenes Fleisch. Nicht einmal der Heilige Markus, mein Namenspatron, eine unbekannte (= erfundene), im Lauf der Zeit mit spannenden Geschichten ausgestattete Figur der biblischen Antike, erbarmt sich meiner am heutigen Namenstag. Oder meint es das Wetter tatsächlich gut, indem es ohne Worte zur Einkehr mahnt?

Ich schalte, wir schalten einen Zwischenhalt ein. Auch das gehört zum Wandern: Pausen machen, nichts tun, ent-spannen. Weil der Wetterbericht für heute UND für morgen viel Regen vorhersagt, fahren wir mit dem Zug nach Bern. In meiner Schreibstube kann ich im Trockenen über den Bodensee lesen und schreiben, kann ich Zeitungen durchblättern, mich über die Weltlage informieren – und schöne Musik hören. Zum Essen trinken wir roten Bodensee-Wein. Und ich reinige zwei Paar strapazierte Wanderschuhe, kürze meine Barthaare. Rosmarie wäscht Wäsche. Die Verbindung zur Bodensee-Wanderung bleibt beim Nicht-Rucksack-Tragen bestehen. Statt Etappe 9 heisst es halt Zwischenhalt I. Wer mich nun Warmduscher oder Weichling ruft, dem und der antworte ich: „Wenn Älterwerden einen Vorteil hat, dann wohl den, dass einem die Meinung anderer immer egaler wird.“

Im Fotoblog mit Datum 25. April sehen Sie Bilder von bisherigen Tagen, eine kleine Zusammenfassung aus den Etappen.

Das war der kurze Blog zur kurzen Unterbrechung. Es geht bald weiter.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert